Jusos Chemnitz wagen einen Blick in die Zukunft
Vor-Ort Termin im Wohn- und Kulturprojekt Kompott an der Leipziger Straße
Ein Vor-Ort-Termin im Kompott an der Leipziger Straße – das klingt eher nach Après-Ski nach der Juso-Sitzung.
Mag sein, dass es gegen Ende des Abends auch in diese Richtung ging. Intention unseres Besuchs, war es jedoch, sich ein Bild vom Wohn- und Kulturprojekt zu machen, welches ein lang ersehnter Fixpunkt der Chemnitzer Subkultur werden könnte. Gemeinsam mit Tobias Möller vom Verein Urbane Polemik e.V. als Mieter des Objekts schauten wir uns die mittlerweile eröffnete Veranstaltungsfläche „Zukunft“ an und diskutierten anschließend im Lesecafé über die Schwierigkeiten, ein solches Projekt zu stemmen, aber auch über Erfolgserlebnisse, auf die man im letzten Jahr zurück blicken konnte.
Mitunter sind es dieselben Herausforderungen, mit denen schon die Vereine Exka und WkB in der Reitbahnstraße 84 zu kämpfen hatten: Vorbehalte in der Nachbarschaft, Angriffspunkt für Nasen aus der rechten Szene und die gewisse Unsicherheit über die Chancen auf einen dauerhaften Verbleib im Objekt. Ob man das Kompott nun als Nachfolger der ReBa sehen kann, sei dahingestellt, eine Menge Know-How und das Wissen um die Schwierigkeiten konnten auf jeden Fall transferiert werden.
Spannend wird vor allem, welches Echo die Veranstaltungen nach sich ziehen, wenn die „Zukunft“ begonnen hat.
Wir Jusos sind auf jeden Fall davon überzeugt, dass dieses Wohn- und Kulturprojekt eine Riesenchance für die Stadt ist. Ein denkmalgeschütztes aber leerstehendes Objekt wird endlich mit Leben gefüllt. Mit dem gegenüberliegenden Konkordia-Park könnte zudem ein Areal entstehen, wo sich für Chemnitzer Verhältnisse erschreckend viele junge Menschen einfinden. Das ist definitiv eine Chance und keine Gefährdungslage. Auch das Konzept mit kleineren eingemieteten Projekten, die mit Ateliers, Ausstellungsflächen oder dem Lesecafé im Objekt vertreten sind, hört sich vielversprechend an und wird mit seiner Vielfalt zur Qualität des Kompotts beitragen.
Der Einblick war auf jeden Fall eine wichtige Erfahrung, standen doch einige von uns der ReBa, sagen wir mal, skeptisch gegenüber. Die Mär von den Chaoten im besetzten Haus, wie sie oft genug verbreitet wurde, trug eben mehr Früchte als einem lieb sein konnte und polarisierte, auch unter uns Jusos.
Trotzdem: Lieber spät als nie Einblicke in ein Haus- und Kulturprojekte sammeln, um dieses Mal einfach Bescheid wissen.
Ach ja, ein kleines „Huhu“ an die MacherInnen von Urbane Polemik e.V.: Keine Sorge, wir kommen jetzt nicht 14tägig zur Juso-Sitzung ins Kompott, dafür aber als interessierte Einzelperson oder auch mal zum Après-Ski nach der regulären Sitzung 

