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18.01.2010

Selbstständige und Unternehmer in der SPD haben eine lange Tradition. Die Mittelstandsarbeit in der SPD begann bereits 1891 und setzte sich fort mit der Gründung der „ Vereinigung sozialistischer Unternehmer“ 1928 in Leipzig.

Jörg Vieweg
Jörg Vieweg, Vorsitzender AGS-Chemnitz

Gerade in Chemnitz gestalteten namhafte sozialdemokratische Unternehmerpersönlichkeiten, wie der VOLKSSTIMME-Verleger Georg Landgraf, den Prozess der Demokratisierung in der Weimarer Republik. Bis zu seiner Ermordung im März 1933 durch die SA, war er unter anderem Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Stadtparlament.

 

„Dieser Tradition sehen wir uns verpflichtet.“, sagte Jörg Vieweg, der in der am 13.  Januar 2010 in Chemnitz stattgefundenen konstituierenden Sitzung zum neuen Vorsitzenden der „Arbeitsgemeinschaft Selbständige“ gewählt wurde.

„Gerade die Probleme kleiner und mittelständiger Unternehmen und vor allem Chancengleichheit für diese Betriebe und deren Mitarbeiter liegen mir am Herzen.“, so der 38jährige Leiter des Kultur- und Veranstaltungszentrums Südbahnhof.

„Ich freue mich ganz besonders über den großen Querschnitt im neuen Team der Arbeitsgemeinschaft. Von Wissenschaft und Forschung über den Dienstleistungssektor bis zum Handwerksbetrieb bilden wir einen großen Teil unternehmerischer Erfahrungen ab.“

 

Nach dem kräftezehrenden Wahlkampfjahr 2009 kann man sich nun voll in die inhaltliche Arbeit stürzen. Mit diesem Ansporn steht Jörg Vieweg nicht allein da, diesen bekräftigten auch die weiteren Mitglieder des Vorstandes.

 

tl_files/spd_chemnitz/Personen/dr. michael thess.jpgDazu gehört Dr. Michael Thess (40), Vorstand der Chemnitzer prudsys AG. Er sieht Handlungsbedarf vor allem in der Chemnitzer Wirtschafts- und Technologieförderung. „Wir müssen dafür sorgen, das unsere klugen und gut ausgebildeten jungen Leute auch vor Ort in unseren Unternehmen Arbeit finden und nicht in andere Städte und Bundesländer abwandern“, so der diplomierte Mathematiker.  

 

Auch Carsten Tanneberger (31), Geschäftsführender Gesellschafter der Cultura Event GmbH,tl_files/spd_chemnitz/Personen/CarstenTanneberger.jpg machte seine Vorstellungen zum Fachkräftemangel deutlich. „Nur wenn es gelingt, in Chemnitz ein breites Angebot an Kunst und Kultur zu erhalten und darüber hinaus attraktive Angebote der Freizeitgestaltung sicher zu stellen, werden junge Menschen nach Lehre oder Studium in Chemnitz bleiben“, sagte der bekannte Kulturmanager.

 

tl_files/spd_chemnitz/Personen/RolandRichter.jpgMit Roland Richter arbeitet im Vorstand ein „alter Haase“ mit. Der 66 jährige Elektromeister kennt die Selbstständigkeit in verschiedenen Systemen. Seit den 1970iger Jahren führt er einen Chemnitzer Handwerksbetrieb. Er kennt sich aus mit Neuanfängen und sieht hier auch sein Aufgabengebiet im neuen Vorstand. “Ich möchte helfen, die Strukturen der Arbeitsgemeinschaft vor Ort aufzubauen. Viele Themen, die die Handwerkerschaft bewegen, sind seit Jahren Dauerbrenner und müssen angegangen werden.“, sagte das Gründungsmitglied der Chemnitzer SPD.

 

Im Anschluss an die Wahlen stand die inhaltliche Diskussion darum auch im Vordergrund. Gemeinsam mit den Chemnitzer Juristen wurde über Vorratsdatenspeicherung und Kammerfinanzierung diskutiert und entsprechende Anträge für den im Februar stattfindenden Chemnitzer Parteitag auf den Weg gebracht.

 
Ein monatlicher Juristen - und Unternehmerstammtisch soll zukünftig helfen,  die beiden Arbeitsgemeinschaften eng zu verzahnen und somit inhaltliche Themenschwerpunkte noch besser in die Partei zu tragen.

 

Sehr erfreut zeigte sich auch Heiko Bär. Der in Leipzig ansässige  freiberufliche Dozent ist Landesvorsitzender dertl_files/spd_chemnitz/Personen/Heiko Baer.JPG SPD Selbstständigen und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Leipziger Rathaus. Die Chemnitzer hatten ihn als Gastredner auf der Gründungsveranstaltung eingeladen. Bär dazu:“Die Chemnitzer AGS wird dringend gebraucht, um Probleme der Selbständigen und mittelständischen Unternehmer stärker in die Chemnitzer- und Landes-SPD sowie in die öffentliche Diskussion zu bringen.“