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22.12.2011

Interview für die IKARUS-Post

Interview für die IKARUS-Post
Schon einige Jahre kümmern wir uns um spezielle Belange von Helbersdorf. Im vergangenen Jahr machten wir Nägel mit Köpfen und gründeten den Bürgerverein Chemnitz-Helbersdorf e.V. Inzwischen können wir auf einige Monate offizieller Vereinsarbeit zurückblicken und haben eine ganze Reihe von Plänen für 2012 geschmiedet. Das war Anlass für die „Ikarus-Post“, mit mir ein Gespräch zu führen.


Herr Vieweg, warum haben Sie und weitere neun Frauen und Männer im Februar 2011 den Bürgerverein Chemnitz-Helbersdorf gegründet?

Jörg Vieweg: Wir wollen uns mit dem Bürgerverein für Helbersdorf einsetzen. Das geht mit einem eingetragenen Verein leichter als mit einer lose geknüpften Initiative. Diese sind meist auf ein bestimmtes Projekt gerichtet und zeitlich begrenzt. Wir jedoch haben die gesamte Entwicklung von Helbersdorf im Blick. Als Verein werden wir bei den Bürgern, im Gemeinwesen und bei der Kommune ganz anders wahr- und ernst genommen, wir haben dadurch die Sicherheit einer festen Struktur. Wir betrachten uns als eine dauerhafte Einrichtung, die es bisher so in Helbersdorf noch nicht gab.

 

Welche Ziele verfolgt der Verein?

Jörg Vieweg: Wir haben den Verein gegründet, um insbesondere die Entwicklung des Wohnumfeldes voranzutreiben. Mit unserem Schatzmeister Harald Möbius, der zugleich in  der Mietervertretung der WCH mitwirkt, haben wir dafür gute Voraussetzungen, denn der größte Vermieter in Helbersdorf ist die WCH. Außerdem wünschen wir uns, künftig mit Gewerbetreibenden, Initiativen, Vereinen und Verbänden noch intensiver ins Gespräch zu kommen und sie mit ins Boot zu holen. Mit dem Quartiersmanagement Kappel/Helbersdorf und der Bürgerinitiative für das gesamte Heckert-Gebiet funktioniert die Kooperation schon gut und kontinuierlich.

 

Welche Initiativen gab es 2011?

Jörg Vieweg: Anfangs gab es viel Bürokratie zu bewältigen, das hat Zeit gebunden, denn alle zwölf Frauen und Männer sind ausschließlich ehrenamtlich tätig. Doch bereits in der Gründungsphase haben wir im April am Frühjahrsputz teilgenommen und uns im Mai auf dem Ikarus-Fest mit einem eigenen Info-Stand vorgestellt. Beim Stadtfestwochenende im August richtete der Verein gemeinsam mit der Chemnitzer Morgenpost das Märchenzelt auf dem Rosenhof aus. Besonders am Herzen liegt uns die Pflege und weitere Gestaltung der Grünfläche an der Wenzel-Verner-Straße. Intensiv drangeblieben sind wir auch an der Schaffung neuer Einkaufsmöglichkeiten in Helbersdorf, denn momentan ist immer noch „Klettern am Hang“ angesagt. Leider gibt es derzeit keine positiven Nachrichten, was den Bau des lange versprochenen Netto-Marktes betrifft. Das Problem fehlender Einkaufsmöglichkeiten in Helbersdorf war der eigentliche Impuls für die Vereinsgründung und wir bleiben weiterhin dran. Das gilt auch für die Wiedereinrichtung der gekappten Wegeverbindung zwischen der Scheffel- und der Friedrich-Hähnel-Straße. Auch hier ist noch keine Lösung gefunden.

 

Die genannten Probleme werden Sie also auch in diesem Jahr beschäftigen. Was hat sich der Verein außerdem für 2012 vorgenommen?

Jörg Vieweg: Wir wollen uns intensiver dem Thema Heimatpflege zuwenden. Wir haben bereits eine Internetseite, die engagierte Leute betreiben. Schauen Sie mal rein: www.chemnitz-helbersdorf.de. Künftig wollen wir Historisches aus Helbersdorf zusammentragen und an die Öffentlichkeit bringen. Der Chemnitzer Stadtteil Helbersdorf ist einer der ältesten unserer Stadt und hatte in seiner langen Geschichte einiges auszuhalten. Die Geschichte von Helbersdorf beginnt also nicht mit den 1970er Jahren, wie manche Leute glauben, sondern sie geht weit darüber hinaus. Ein weiteres großes Thema ist die Bürgerbeteiligungsplattform für das Heckert-Gebiet. Unser Verein arbeitet in der Vorbereitungsgruppe zur Entwicklung des Konzeptes mit. Außerdem wollen wir uns um die Kunst im öffentlichen Raum kümmern, speziell um die Figuren, die um das ehemalige Südring-VZ an der Paul-Bertz-Straße gruppiert sind. Die wollen wir gern erhalten und vielleicht an der Grünfläche an der Wenzel-Verner-Straße aufstellen. Mit dem Bildhauer Volker Beier sind wir dazu schon im Gespräch.  Natürlich werden wir uns wieder an Aktivitäten des Quartiermanagements beteiligen und die bisher angeschobenen Projekte weiter verfolgen. Allerdings man muss immer bedenken, dass das alles in der Freizeit geleistet wird. Deshalb sind wir froh über jeden, der sich in unserem Verein engagieren möchte. Die Bürgerinnen und Bürger  leben hier und sollten selbst Hand anlegen bei der Gestaltung ihres Lebensraumes.

(Interview: Margitta Zellmer)



Kontakt:
Sie erreichen den Bürgerverein Chemnitz Helbersdorf e. V.
über das QuartiersmanagementKappel/Helbersdorf
Salvador-Allende-Str.34
09119 Chemnitz
Telefon: 0371-3342482
Telefax: 0371-317878
E-Mail: info@chemnitz-helbersdorf.de