Es geht um mehr als um Fußball!
Nach dem Aufstieg des CFC in die 3. DFB-Liga musste jedem, auch dem nicht Fußballinteressierten, klar sein: Über´s CFC- Stadion wird zu reden sein. Die alte Fischerwiese, so wie sie da steht, ist niemals 3.-Liga-tauglich.
Auch dass es bei dieser Diskussion um mehr als nur um Fußball geht, dürfte fast jeder mitbekommen. Chemnitz spielt wieder oben mit - und das zur besten Sendezeit in ARD, ZDF und MDR.
Wir haben viele herausragende Sportvereine in unserer Stadt. Viele davon spielen in den obersten Klassen mit. Trotzdem gilt: Auch wenn mal ein Spiel verloren geht: Guter Fußball ist ein entscheidender Imageträger für unsere Stadt.
Wir könnten noch so viele Broschüren drucken und das ganze Land mit Flyern vom schönen Chemnitz überschütten; wir könnten Plakate von den teuersten Agenturen, mit den ausgefeiltesten Sprüchen überall verkleben. Wenn aber unser Chemnitzer Fußballclub in den oberen Ligen mitmischt, ist das Stadtmarketing und Imagegewinn, welcher sozusagen aus sich heraus passiert. Um das zu begreifen, muss ich kein Fußballfan sein!
Will der CFC in diesen oberen Ligen mitspielen, stellt der DFB Mindestanforderungen ans Stadion. Das sich mit der städtischen Wohnungsgesellschaft GGG ein Partner findet, mit dem wir in Zeiten knappster Kassen und Sparbeschlüssen überhaupt über die Erfüllung dieser Anforderungen und über einen Neubau nachdenken können, ist an sich schon ein absoluter Glücksfall.
Erfolgreicher Fußball gelingt nur mit breiter Unterstützung aus der Wirtschaft. Wer diese Sponsoren zum mitmachen animieren will, der braucht wie bei den städtischen Gewerbegebieten, Top-Qualität für Zuschauer, Spieler und Sponsoren.
Aus meiner Sicht ist darum ein Neubau an der Gellertstraße der richtige Weg.
![Stadion an der Gellertstrasse [Foto:Hennig] Stadion an der Gellertstrasse [Foto:Hennig]](tl_files/spd_chemnitz/LTW/JoergVieweg/Bilder Meldungen/stadion_gellertstrasse.jpg)
Übergangslösungen und die Suche nach preiswerten Kompromissen sind darum auch nicht hilfreich. Die sind auch auf die Dauer gesehen nicht billiger. Im Gegenteil: Wer heute eine günstige und darstellbare Finanzierung auf die Beine stellen will, der muss grundhaft und nachhaltig bauen. Stückwerk, also „…ein bisschen da und ein bisschen hier…“ wird teuer und so nicht finanzierbar. Um das zu verstehen, brauche ich kein Finanzprofi sein.
Bleibt dann noch das schlechte Gewissen mancher Stadträtinnen und -räte, in dem gleichen Jahr, in dem schmerzhafte Einsparungen im Sozialbereich beschlossen werden, für das nächste Jahr einen teuren Neubau für den Fußball durchboxen zu müssen. Hier möchte ich aber denjenigen zurufen: Habt den Mut, Zusammenhänge zu erklären und darzustellen, auch wenn es mühsam ist. Diese Mühen, davon bin ich überzeugt, lohnen sich. Das vorgelegte Modell zum Stadionumbau mit Zusammenspiel von GGG und Stadt Chemnitz beweist doch, dass kommunale Politik handlungsfähig ist. Diese Handlungsfähigkeit, ohne die auch keine neue Innenstadt möglich gewesen wäre, ist eine Riesenchance, um die uns andere Kommunen beneiden.
Wer dieses Ass beim Stadionneubau zieht, beweist Mut und Weitsicht. Das sind genau die Eigenschaften, welche herausragende Stadtmütter und Stadtväter auszeichnen. Dass das seit den Neunzigern bis heute Sozialdemokraten sind, macht mich stolz.
Ich wünsche mir darum, wenn es im Oktober an die Entscheidung geht, eine geschlossene und überzeugte SPD, die um breite Mehrheiten bei anderen Fraktionen wirbt. Weil es dabei eben um mehr geht, als nur um Fußball!
