Gehören Chemnitzer Biere zum Chemnitzer Stadtfest?
02.08.2011
Jörg Vieweg, Vors. der Chemnitzer SPD-Unternehmer und stellv. Vorsitzender der SPD- Chemnitz, unterstützt die Entscheidung des Veranstalters CWE, die Ausschankrechte für das Stadtfest an die sächsischen Brauereien Freiberger und Radeberger zu vergeben.
Jörg Vieweg, stellv. Vorsitzender
Um diese Frage beantworten zu können, müssen alle Fakten auf den Tisch. Eine ehrliche Berichterstattung wäre darum sehr hilfreich gewesen.
Seit Jahren grummelt es unter den Beteiligten der Chemnitzer Stadtfestsause. Eine kleine Runde führt die Regie und lebte gut davon. Arbeit und Engagement von vielen - Nutzen und Gewinn für einige wenige.
Nach demokratischem Willen entschied der Stadtrat: Ab 2011 soll nun die stadteigene Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (CWE) die Organisation des Festes übernehmen. Auch wenn das einigen Herren nicht passte, der Rat folgte damit dem Wunsch vieler Chemnitzer. Nach mehr Beteiligung und Transparenz. Nach mehr Sport, Kultur- und weniger Fressmeile.
Die Fläche zwischen Brühl- und Brückenstrasse mit einem anspruchsvollen Programm zu bespielen, hat schon immer Geld gekostet. Die Veranstalter standen seit jeher vor einer wirtschaftlichen Herausforderung. Wie groß ist mein Budget? Was kann ich mir damit leisten? Bei der Ausschreibung der Leistungen rund ums Stadtfest lagen diesmal alle Zahlen auf dem Tisch. Darauf konnte sich Jede und Jeder bewerben. Bei gleichem Angebot wurde der lokale Anbieter berücksichtigt. Transparenter und nachvollziehbarer geht’s nicht!
Das Jammern der heimischen Brauereiwirtschaft, man sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, ist darum unverständlich. Das Schimpfen auf den Veranstalter durchschaubares Ritual.
Ich habe den Eindruck: Hier wird versucht, „verkehrte Welt“ zu spielen. Denn die Frage, ob zum Chemnitzer Stadtfest auch ein Chemnitzer Bier gehört, haben zuerst die heimischen Brauer selbst zu beantworten. Der Ball lag also, wie bei der CFC Sponsoring-Entscheidung, bei ihnen selbst. Den CFC unterstützt jetzt eine Brauerei aus dem Vogtland – die Chemnitzer haben sich hier mit ihrer Absage an den heimischen Fußball schon einmal selbst ins Abseits gespielt. Damit war der Weg frei für andere, die es, wie es scheint, eben besser können.
Nun zum Stadtfest: Die Marken Freiberger und Radeberger sind in Chemnitz keine Unbekannte, im Gegenteil!
Gerade die Freiberger Brauerei unterstützt das Chemnitzer Stadtfest schon seit einiger Zeit. Diesmal viel der Zuschlag auf diese beiden sächsischen Marken. Sie sind in der Lage ihre Produkte mit einem ausreichenden Werbebudget auf dem Stadtfest zu präsentieren. Darüber hinaus sind Freiberger und Radeberger in der Lage, Feste dieser Größenordnung mit qualitativ hochwertigster Technik auszustatten und zu betreuen. All das wünschte ich mir auch von meinen heimischen Brauern.
Letztlich stand die CWE mit Steuermann Geissler und seinen Partnern vor der Aufgabe, eine wirtschaftlich tragfähige und verantwortbare Entscheidung zu treffen. Ohne sie wäre der Wunsch vieler Chemnitzer nach einer Neuausrichtung des Chemnitzer Stadtfestes nicht aufgegangen.
Das Thema Bier auf dem Stadtfest jetzt zu politisieren ist unwürdig und nicht im Sinne eines Stadtfestes für alle Chemnitzer. Dass die heimische Brauereiwirtschaft sich hier vor den Karren spannen lässt, um damit die Interessen einiger weniger zu schützen, verursacht bei mir nur Kopfschütteln.
Ich persönlich freu mich auf „Eine Zeitreise durch Chemnitz“ - auf´s Stadtfest 2011. Ich hab das Gefühl, das wird ein Fest für uns, die Besucher. Darum werde ich diesmal wieder mit Familie vorbeischauen./ Jörg Vieweg
Über die Arbeitsgemeinschaft der SPD-Unternehmer (AGS-Chemnitz):
Die AGS ist die wirtschaftspolitische Plattform der Sozialdemokraten, die Facharbeitsgemeinschaft für Wirtschaftsfragen in der SPD und zugleich deren Forum für den Mittelstand.
Kontakt: Jörg Vieweg (Vorsitzender)
E-Mail: joerg-vieweg@spd-chemnitz.de
